Es gibt kaum einen besseren Weg, eine Region kennenzulernen, als über ihre Märkte. In der Ortenau hat der Wochenmarkt Tradition — und ist weit mehr als nur Einkaufen. Hier triffst du die Erzeuger persönlich, probierst frisch gepressten Most, bekommst Tomaten, die noch nach Tomaten schmecken, und erfährst nebenbei die neuesten Geschichten aus dem Ort. Hier sind unsere fünf Lieblingsmärkte.

1. Wochenmarkt Offenburg — Der Große

Wann: Donnerstag und Samstag, 7:00–13:00 Uhr · Wo: Marktplatz und Fischmarkt

Der größte und vielfältigste Markt der Ortenau. Über 80 Stände bieten alles, was die Region hergibt: Obst und Gemüse aus dem Kinzigtal, Käse vom Schwarzwaldbauern, frischer Fisch, Blumen, Honig und natürlich Bauernbrot direkt aus dem Holzofen. Samstags ist der Markt besonders lebendig — dann kommen auch die Stände aus dem Elsass mit Macarons, Flammkuchen-Teig und französischem Käse.

Must-try: Die Maultaschen vom Stand Schmieder (immer die längste Schlange — zu Recht) und der frisch gepresste Apfelsaft von Obsthof Durner.

Tipp: Früh kommen. Ab 11 Uhr wird es voll, und die besten Sachen sind dann oft schon weg.

2. Bauernmarkt Gengenbach — Der Charmante

Wann: Samstag, 8:00–12:30 Uhr · Wo: Marktplatz vor dem Rathaus

Vor der Kulisse des berühmten Gengenbacher Rathauses findet jeden Samstag ein kleiner, aber feiner Bauernmarkt statt. Die Stände sind handverlesen: Nur regionale Erzeuger, die ihre eigenen Produkte verkaufen. Kein Zwischenhandel, keine Importware. Hier kaufst du Eier von Hühnern, deren Namen der Bauer kennt.

Must-try: Ziegenkäse vom Hof Huber und die saisonalen Marmeladen von Fruchtgenuss Kinzigtal.

Tipp: Kombiniere den Marktbesuch mit einem Frühstück im Café am Marktplatz — Cappuccino mit Blick auf das Treiben.

3. Wochenmarkt Lahr — Der Bunte

Wann: Mittwoch und Samstag, 7:00–13:00 Uhr · Wo: Marktplatz und Schlossplatz

Lahr hat den vielleicht buntesten Markt der Ortenau. Neben den klassischen Obst- und Gemüseständen findest du hier mediterrane Spezialitäten, türkische Gewürze, griechische Oliven und afrikanische Stoffe. Diese Vielfalt macht den Lahrer Markt besonders — hier spiegelt sich die Weltoffenheit der Stadt.

Must-try: Die Falafel vom libanesischen Stand (mittwochs) und die Schwarzwälder Kirschen im Juni direkt vom Erzeuger.

Tipp: Im Chrysanthema-Monat (November) verwandelt sich der gesamte Marktplatz in ein Blumenmeer.

4. Wochenmarkt Oberkirch — Der Authentische

Wann: Mittwoch, 7:30–12:30 Uhr · Wo: Marktplatz

Klein, aber oho. Der Oberkircher Wochenmarkt ist so, wie ein Markt sein soll: übersichtlich, persönlich und mit Produkten, die du nirgendwo sonst bekommst. Die Bauern aus dem Renchtal bringen mit, was gerade reif ist. Im Frühling gibt es Bärlauch aus dem Wald, im Sommer Kirschen und Mirabellen, im Herbst Walnüsse und Trauben.

Must-try: Die Forellen vom Renchtäler Fischzüchter — frischer geht es nicht.

Tipp: Direkt neben dem Markt liegt der Eingang zur Oberkircher Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern. Ein kurzer Rundgang lohnt sich.

5. Bauernmarkt Ettenheim — Der Gemütliche

Wann: Freitag, 8:00–12:00 Uhr · Wo: Marktplatz

In der barocken Altstadt von Ettenheim findet freitags ein kleiner Bauernmarkt statt, der zum Verweilen einlädt. Die Atmosphäre ist entspannt, die Verkäufer kennen ihre Stammkunden beim Namen, und neben dem Einkauf bleibt immer Zeit für ein Schwätzchen. Im Herbst wird der Markt durch einen saisonalen Kürbisstand ergänzt, der über 20 Sorten anbietet.

Must-try: Landbrot aus dem Holzofen der Bäckerei Heitzmann und Honig vom Imker aus Münchweier.

Tipp: Danach ein Spaziergang durch die Ettenheimer Altstadt — das ehemalige Palais des Kardinals Rohan ist einen Blick wert.

Warum der Wochenmarkt so wichtig ist

Wochenmärkte sind mehr als Einkaufsmöglichkeiten. Sie stärken die regionale Wirtschaft, verkürzen Transportwege und schaffen Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Wer hier kauft, weiß, woher sein Essen kommt — und unterstützt direkt die Höfe und Familienbetriebe der Region.

Praktische Tipps

  • Eigene Taschen mitbringen: Stoffbeutel und Körbe — das spart Plastik und gehört zum guten Ton.
  • Bargeld: Die meisten Marktstände nehmen nur Bargeld. EC-Karte ist die Ausnahme.
  • Saisonal denken: Im März gibt es keine Erdbeeren — aber Feldsalat, Lauch und die ersten Radieschen. Das Saisonale ist das Beste am Markt.
  • Probieren erlaubt: Die meisten Standbesitzer bieten gerne Kostproben an. Einfach freundlich fragen.
  • Kinder mitnehmen: Kinder lieben Märkte. Der Kontakt zu Lebensmitteln und Erzeugern ist wertvoller als jeder Sachkunde-Unterricht.

Welcher ist dein Lieblingsmarkt in der Ortenau? Schreib uns — wir freuen uns über Empfehlungen.