Die Schwarzwaldhochstraße gehört zu den legendärsten Panoramastraßen Deutschlands — und ihr Herzstück liegt mitten in der Ortenau. Vom sagenumwobenen Mummelsee über die Grindehütte bis zum Skilift am Seibelseckle reihen sich auf wenigen Kilometern Naturerlebnisse aneinander, die man sonst nur aus Reisemagazinen kennt. In diesem Ratgeber findet ihr alles, was ihr für einen gelungenen Tagesausflug braucht: konkrete Adressen, aktuelle Öffnungszeiten, Parkplätze, Wandertipps und ehrliche Empfehlungen aus der Region.
Der Mummelsee — Sagenhafte Idylle auf 1.036 Metern
Der Mummelsee ist das bekannteste Gewässer des Nordschwarzwalds und liegt direkt an der B500 zwischen Seebach und Baiersbronn. Der Name geht auf die „Mümmlein" zurück — Nixen und Geister, die laut alter Schwarzwälder Sage in der Tiefe des Karsees hausen sollen. Der See entstand in der letzten Eiszeit und misst gerade einmal 3,7 Hektar, strahlt aber eine Ruhe aus, die man in der Ortenau so schnell kein zweites Mal findet.
Der Rundweg um den Mummelsee
Der Seerundweg ist etwa 800 Meter lang, komplett barrierefrei und in 20 bis 30 Minuten gemütlich zu schaffen. Unterwegs passiert ihr eine Skulptur der Mummelsee-Nixe und mehrere Aussichtspunkte. Im Frühsommer spiegeln sich die dunklen Tannen des Schwarzwalds im fast schwarzen Wasser — ein Fotomotiv, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
Das Berghotel Mummelsee
Direkt am Ufer steht das Berghotel Mummelsee (Schwarzwaldhochstraße 11, 77889 Seebach, Tel. 07842 99286-0). Das Hotel betreibt ein Restaurant mit Schwarzwälder Küche, eine Sonnenterrasse mit Seeblick und einen Souvenirshop. In der Hauptsaison (Mai bis Oktober) täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Parken: Gebührenpflichtiger Parkplatz (ca. 5 € Tagesgebühr), rund 200 Stellplätze. An Wochenenden im Sommer ab 11 Uhr voll.
Hornisgrinde und Grindehütte — Gipfelglück in der Ortenau
Vom Mummelsee führt ein gut ausgeschilderter Wanderweg in rund 30 Minuten hinauf zur Hornisgrinde, dem mit 1.164 Metern höchsten Berg des Nordschwarzwalds. Oben erwartet euch der Hornisgrindeturm. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen, im Süden erkennt ihr die Schweizer Alpen. Der Turm ist von April bis November an Wochenenden und Feiertagen kostenlos zugänglich.
Auf dem Gipfelplateau erstreckt sich ein Hochmoor, das zu den wenigen erhaltenen Hochmooren im Schwarzwald zählt. Ein Bohlensteg führt durch die empfindliche Landschaft — bleibt bitte auf dem Weg, denn das Moor ist ein geschütztes Biotop.
Grindehütte — Einkehr mit Panoramablick
Unmittelbar am Gipfel liegt die Grindehütte (Hornisgrinde 1, 77767 Appenweier/Seebach). Die Hütte ist bekannt für deftige Schwarzwaldküche: Schäufele, Wurstsalat, Flammkuchen und hausgemachter Kuchen.
Öffnungszeiten: In der Saison (ca. Mai bis Oktober) täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, in der Nebensaison nur an Wochenenden und wetterabhängig. Die Grindehütte ist nicht mit dem Auto erreichbar.
Seibelseckle — Wintersport und Sommervergnügen am Skilift
Nur wenige Autominuten vom Mummelsee entfernt liegt das Seibelseckle (Schwarzwaldhochstraße, 77889 Seebach). Im Winter ist der Skilift einer der beliebtesten im Nordschwarzwald. Tagestickets ca. 25 € Erwachsene, 18 € Kinder. Skiverleih vor Ort vorhanden.
Im Sommer startet von hier der Weg zum Karlsruher Grat, einer der spektakulärsten Felsenwanderungen im Schwarzwald — schmaler Felskamm mit Drahtseilsicherungen. Die Tour dauert drei bis vier Stunden.
Parken: Kostenloser Parkplatz direkt an der Straße.
Die Schwarzwaldhochstraße — Panoramafahrt durch die Ortenau
Die Schwarzwaldhochstraße (B500) verläuft auf rund 60 Kilometern von Baden-Baden bis Freudenstadt. Seit den 1930er-Jahren lockt sie Ausflügler in den Schwarzwald.
Die besten Stopps entlang der Route
- Bühlerhöhe / Sand — Ausgangspunkt von Norden
- Plättig — Start für Touren zur Badener Höhe und zum Wildnispfad
- Hundseck — Wanderknotenpunkt mit Parkplatz
- Unterstmatt — Skilift im Winter, Gasthaus vorhanden
- Mummelsee — Das Herzstück der Route
- Seibelseckle — Skilift und Wanderparadies
- Ruhestein — Nationalpark-Zentrum Schwarzwald (Eintritt frei)
- Schliffkopf — Naturhotel und Wildblumenwiesen
- Lotharpfad — Erlebnispfad durch Sturmflächen
- Zuflucht / Freudenstadt — Endpunkt im Süden
Lotharpfad — Natur nach dem Sturm
Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über den Schwarzwald. Auf der Hochfläche wurde ein Abschnitt bewusst sich selbst überlassen. Der Lotharpfad ist heute ein eindrucksvolles Freiluftmuseum der Waldentwicklung. Etwa 800 Meter lang, als Rundweg angelegt, mit Stegen, Treppen und Infotafeln. Kostenlos, von Mai bis Oktober zugänglich. Festes Schuhwerk nötig.
Schliffkopf — Wildblumenwiesen und Weitblick
Der Schliffkopf (1.055 m) ist bekannt für seine offenen Grinden — baumfreie Hochweiden. Im Juni und Juli blühen Arnika und Bärwurz. Das Naturhotel Schliffkopf (Schliffkopf 1, 72270 Baiersbronn, Tel. 07449 920-0) betreibt ein Restaurant auch für Tagesgäste. Kostenlose Parkplätze an der B500.
Praktische Tipps für euren Ausflug
Anreise und Parken
- Mummelsee-Parkplatz: ca. 5 €/Tag, rund 200 Stellplätze
- Seibelseckle-Parkplatz: Kostenlos, ca. 80 Stellplätze
- Lotharpfad-Parkplatz: Kostenlos, ca. 30 Stellplätze
- Ruhestein-Parkplatz: Kostenlos, großer Parkplatz am Nationalparkzentrum
Alternativ verkehrt in der Sommersaison die Buslinie 245 (Achern–Ottenhöfen–Mummelsee–Ruhestein).
Was ihr einpacken solltet
- Feste Wanderschuhe (für Lotharpfad und Karlsruher Grat unverzichtbar)
- Wind- und regenfeste Jacke, auch im Sommer
- Sonnenschutz: Creme, Hut und Sonnenbrille
- Ausreichend Wasser und Proviant
- Fernglas für die Aussicht von der Hornisgrinde
- Bargeld — nicht alle Hütten akzeptieren Karten
Fazit: Ein Tag auf der Schwarzwaldhochstraße lohnt sich immer
Die Kombination aus Mummelsee, Hornisgrinde, Grindehütte und Seibelseckle macht die Schwarzwaldhochstraße zu einem der vielseitigsten Ausflugsziele in der Ortenau. Die Strecke eignet sich für einen Halbtagesausflug genauso wie für eine Tagestour mit mehreren Stopps. Packt die Wanderschuhe ein und lasst euch von der Schönheit des Nordschwarzwalds überraschen — direkt vor der Haustür der Ortenau.
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